Death or Glory: Das Erbe von Morgan

Ein Review von amigafan.de: Death Or Glory ist ein Fantasy rundenbsiertes Strategiespiel welches 1994 für alle Amiga von Software 2000 herausgegeben wurde. Da das Spiel auf 7 Disketten daherkommt ist eine mögliche Festplatteninstalltion dringend anzuraten.
Worum gehts? Ein geheimnisvoller magischer Zirkel verlangt vom Spieler, in einem fernen Märchenland gar nicht so märchenhafte Schlachten auszufechten. Denn das Fantasyreich Morgan wird gerade von einem riesigen Heer belagert – wobei König Werthas schwer seinen unehelichen Sohn Xhor im Verdacht hat, als Drahtzieher hinter dieser Ungezogenheit zu stecken. Doch Prinz Raven mag nicht an die Schuld seines Halbbruders glauben und zieht deshalb los, das Geheimnis um Xhor und die feindliche Streitmacht zu lüften…
Wer jetzt an einen zünftigen Fantasyrolli denkt, liegt nur teilweise daneben, denn mit Death or Glory startete Software 2000 eine neue Strategie/Rollenspiel-Serie, deren Konzept eng an den Mega Drive-Klassiker “Warsong” angelehnt ist. In Death Or Glory wollen 16 knifflige Schlachten ausgefochten werden, die man in einer atmosphärischen, zwischendurch ständig weiter entwickelnden Hintergrundgeschichte eingebettet hat.
Bei jeder dieser stark taktisch geprägten Auseinandersetzungen muß ein bestimmtes Ziel erreicht werden; die weitgespannte Aufgabenpalette reicht vom schlichten Vernichten der feindlichen Feldherren über das Durchqueren und Erforschen von finsteren Dungeons bis zur Befreiung einer holden Maid. In der Praxis kauft man zunächst für jeden seiner Heerführer die gewünschten Einheiten von Fußläufern, Bogenschützen. Kampfmönchen oder Magiern ein. Anschließend werden die Truppen rundenweise und strategisch geschickt auf den bis zu 4.096 Quadrate umfassenden Schlachtfeldern verschoben.
Die Kampfmoral der Soldaten wird dabei sehr stark durch die (fast komplett dem AD&D-Fundus entlehnten) Charakterwerte ihres Anführers und seiner aktuellen Entfernung von der Truppe beeinflußt. Aber auch das Gelände hat ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, denn von hohen Mauerzinnen aus verteidigt sich es nun mal leichter als auf weiter und damit ungedeckter Flur.
Und bei einem Konflikt zwischen zwei sonst praktisch gleichwertigen Einheiten mögen die Erfahrungspunkte der Vorgesetzten das Zünglein an der Waage sein, wobei jeder vernichte Feindtrupp das Konto etwas aufstockt. Wer fleißig punktet, steht irgendwann auch zur Beförderung an und darf sich dann zwischen zwei alternativen Aufstiegsmöglichkeiten entscheiden. Die Wahl sollte mit Umsicht und Bedacht getroffen werden, denn manche Karriereleitern enden in einer Säckgasse – außerdem ist es sicher kein Fehler, auf eine ausgewogene Mischung der Befähigungen in seinem durch den Fortgang der Geschichte allmählich größer werdenden Kontingent an Feldherrn zu achten.
Angesichts der Komplexität des Games ist man für das ausgefeilte Befehlsmenü dankbar, über das sich die eigenen Mannen komfortabel bewegen, in den Kampf oder zum Ausruhen schicken lassen. Aber auch die (dosierbaren) Zaubersprüche, allerlei Übersichtskarte und Infos zu Freund und Feind sind ruckzuck abrufbar. Nur bei den eigentlichen Kämpfen darf sich der Feldherr bequem zurücklehnen und in einer animierten Sequenz den Ausgang beobachten; selbst eingreifen kann er hier nicht mehr. Der Lohn der Schlachten besteht (neben den erwähnten Erfahrungspunkten) in Gold, mit dem man nicht nur frisches Personal einkauft, sondern ab und an auch mal ein magisches Artefakt wie etwa ein Zauberschwert. Da sich die einzelnen Feldzüge über mehrere Stunden hinziehen können, darf der Spielstand selbstverständlich gespeichert werden. Kennt man schließlich alle vorhandenen Schlachten in- und auswendig, kann man auch gegen einen menschlichen Freund antreten, wobei dann allerdings der Storyteil entfällt.
Fazit: Die meist aus der Vogelperspektive gezeigte Grafik beglückt zwar sämtliche Amigas (also auch den 500er) mit 128 Farben, sieht jedoch abgesehen von ein paar netten Zwischenbildern ziemlich karg bis zweckmäßig aus. Der Sound klingt indes ganz ok, wenngleich dieser nicht immer in das Fantasy Scenario passt. Am überzeugendsten bleibt das durchdachte Spielkonzept, das jeden Strategen unweigerlich in den Bann zieht. Schon die Vorgeschichte sorgt prächtig für Stimmung, und die Bandbreite der Missionen ist schon enorm.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Kommentar absenden