CD64: Hombre CD32-Konsole

Entwickler: Commodore // geplante Veröffentlichung: 1994 / 95

Als Reaktion auf den Konsolenboom der frühen 1990er Jahre plante Commodore, eine CD32-ähnliche Einheit für den Low-End-Markt zu entwickeln. Die Konzeptmaschine, die kurz in Dave Haynies PDF Hombre-Dokumentation erwähnt wird, würde wenig Ähnlichkeit mit früheren Amigas zeigen – es gab keine Pläne, einen AmigaOS-Port bereitzustellen oder Kompatibilität mit früheren Modellen anzubieten.

Da sich die Konsole in einem frühen konzeptionellen Stadium befand, sind Details hinsichtlich ihrer Fähigkeiten begrenzt. Bestehende Spezifikationen deuten darauf hin, dass es unter Verwendung des Hombre- Chipsatzes eine grafische Leistungssimulation für den Sega Saturn bietet und ein Mitglied der Motorola 68k-Familie (höchstwahrscheinlich der 68020) aufweist. Softwarebibliotheken wie die OpenGL-Unterstützung werden auf einer Spiel-CD bereitgestellt, wodurch die zusätzlichen Kosten eines Kickstart-ROMs vermieden werden.

Dave Haynie hat vorgeschlagen, dass die Maschine möglicherweise als CD64 gestartet wurde.

Hombre - Chipsatz (allgemeim)

Hombre – Das letzte Commodore Chip – Set 1992 stellte Commodore die Entwicklung des „AAA“ – Chipsets ein und begann ein neues Graphik – Chipset zu entwickeln, das den „Amiga“ ins Rampenlicht zurückbringen sollte. Das Projekt wurde als „Hombre“ bezeichnet und in Zusammenarbeit mit Hewlett Packard in einem Zeitraum von ungefähr 18 Monaten auf die Beine gestellt. Es sollte für Dave Haynie und den Rest der Entwicklermannschaft bei Commodore die letzte große Entwicklung um den „Amiga“ werden. Sogar nach dem Konkurs von Commodore wurde daran noch kurze Zeit weitergearbeitet. Die Wahl von „Hombre“ anstelle von „AAA“ als neue Grafikarchitektur schien auf den ersten Blick etwas konfus, denn anstatt den „Amiga“ zur PowerPC Architektur zu führen, schien Commodore einen Bruch mit einer neuen CPU, genauer dem PA – RISC Prozessor von HP, zu versuchen. Zu der Zeit entwickelte gerade Apple unter strenger Geheimhaltung, die PowerMac – Linie mit der damals noch weniger leistungsstarken 601er CPU. Da erschien es nur sinnvoll, auf die damals leistungsstärkere PA – CPU umzuschwenken – was schließlich auch auf dem „Use Net“ – Treffen, nach Offenlegung der Fakten, mit Einsicht von den Entwicklern aufgenommen wurde.

„Hombre“ basierte auf 2 Chips. Der erste war ein Controller – Chip, im Prinzip ähnlich zu Agnus, Alice und Andrea. Dieser verfügte über eine erweiterte DMA – Engine und einen Blitter, sowie dem besagten HP – Chip. Der andere war ein Grafik – Chip, ähnlich „Denise“, „Lisa“ und „Monica“, wie sie in den „Classic“ – Systemen zu finden waren. Auch wurden zukünftige Erweiterungen von Drittherstellern, zum Beispiel einen PA-50, durch das Chipset, über einen speziellen Bus, unterstützt. Das gesamte Set wiederum sollte auf einer PCI – Karte untergebracht werden. Das sorgte damals teilweise etwas für Verwirrung, denn laut Dave Haynie sollte „Hombre“ auch die Grundlage des „CD32“ – Nachfolgers bilden.

Commodore beabsichtigte außerdem mit der Einführung der neuen Architektur NICHT das Amiga OS darauf zu portieren. Dave Haynie verlautete dazu, das die einzige Software, die existierte und damals auf dem HP – Chip lief, eine Bibliothek von Routinen, sowie ein 3D – Packet waren, was von Commodore hätte lizensiert werden müssen. Das Entwicklerteam hingegen war grundsätzlich für eine Portierung des Amiga OS, allerdings war dies nicht im Sinne des Managements. Diese Entscheidung könnte wahrscheinlich auf der Tatsache beruht haben, das Commodore zu der Zeit sehr schnell Geld verlor und so möglichst raschl eine neue Maschine entwickelt werden mußte, um zu überleben. Da stellt sich natürlich die Frage, ob das ein „Amiga“ gewesen wäre.:-)

Die Definition eines „Amigas“ basiert schließlich auf dem OS und dem Chipset, welches die gesamte Architektur ausmacht. Wie auch immer, „Hombre“ sollte jedenfalls einen radikalen Bruch in der „Amiga – Linie darstellen, welches zwar 16 und 24-Bit True-Color unterstützen, aber keine abwärtskompatiblen Eigenschaften besitzen sollte. Wie bei „AAA“ wurde das Chipset jedoch nie zu Ende entwickelt. Dave Haynie gab schlußendlich noch einen Einblick, wie weit fortgeschritten die Entwicklung am Projekt „AAA“ waren (sinngemäß! und etwas gekürzt): „Wir waren bei den meisten Chips bereits in Rev.2 als das Projekt eingestellt wurde. Das Meiste von „Andrea“ war fertig. Wir konnten bereits hochauflösende Grafikmodi, den Copper, Blitter, die 24-Bit Modes etc. fahren. Auf der anderen Seite wiederum arbeiteten nur 5 der insgesamt 16 Bitplanes. Die Farbtabelle von Monica war noch total falsch und ein Fehler im „Andrea“ Chip verhinderte das Testen der „Read“ – Befehle in den Registern der anderen Chips. Es gab also noch viel zu tun.

Amiga Inc. kündigte derweilen den neuen „Super Chip“ basierenden „Amiga“ an, und auf den „UseNet“ – Treffen wurde das Argument publik gemacht, das „Hombre“ das „AGA“ – Chipset nur vorübergehend ersetzen solle, bis die neue Architektur verfügbar wäre. Es wäre zudem leicht upzugraden. Das wiederum hätte in der Realität sehr viel Entwicklungsaufwand für die momentan beschäftigte Entwicklermannschaft bei Commodore bedeutet. Erstens hätte der HP – Chip für das Upgrade erneut lizensiert und zweitens der „Mary“ – Prozessor komplett überarbeitet werden müssen. Es hätte wahrscheinlich weniger gekostet gleich ein neues Chipset zu entwickeln oder eins zu lizensieren.“

Linktipps / Quellen

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Kommentar absenden