Seit der ersten Veröffentlichung im August hat Thomas Lübker seinen mit AI-Unterstützung erstellten WinUAE-Port Amigo mehrfach aktualisiert, inzwischen läuft das Programm neben dem iPad auch auf dem iPhone, auf Apple-Silicon-Macs und auf der Apple Vision Pro.
Neuerungen seit unserer letzten Meldung:
- Amigo läuft im Quer- und Hochformat auf dem iPhone und als „Designed for iPad“-App auf Apple-Silicon-Macs. Auch auf der Apple Vision Pro ist Amigo als iPad-App im Kompatibilitätsmodus verfügbar: Im visionOS-Simulator bootet der Amiga und die Bedienoberfläche liegt korrekt über dem Bild; ein Test mit Blick- und Pinch-Steuerung auf dem Gerät steht noch aus.
- Bluetooth- und USB-Controller: Xbox, PlayStation, Switch Pro und MFi-Pads werden erkannt und wahlweise auf Joystick-Port 1 oder 2 gelegt, mit Autofeuer.
- Mit CD32-Kickstart und erweitertem ROM wird Amigo zur kompletten Konsole, inklusive CD32-Pad-Modus für die zusätzlichen Knöpfe. CD-Images (CUE/BIN, ISO, CHD u. a.) lassen sich außerdem an einem A1200 oder A4000 einbinden.
- Mehrere Festplatten-Images gleichzeitig, jedes als eigenes Volume.
- Apple-Pencil-Druck erreicht den Amiga: über eine emulierte tablet.library (etwa für Deluxe Paint) oder als serielles Wacom-Tablett für Programme wie TVPaint, die ein Tablett selbst ansteuern. Die Pencil-Spitze wird dabei nicht mehr für eine aufliegende Handfläche gehalten.
- AHI-Sound über die emulierte UAE-Soundkarte (uae.audio).
- Kopieren und Einfügen zwischen iOS und dem Amiga in beide Richtungen, Bilder vom Amiga nach iOS.
- iCloud-Abgleich gespeicherter Konfigurationen und Save-States zwischen den eigenen Geräten.
- Bedienung: Schnellzugriffe am Bildschirmrand für Amiga-Tastatur, Ziffernblock, Funktionstasten und virtuellen Joystick, ein Disketten-Knopf zum Wechseln von Disketten, Festplatten und CDs ohne Umweg über das Menü, Ziehen per Touch (Tippen-dann-Ziehen oder Halten), Cursortasten als Cursortasten, eine wählbare Tastatur-Darstellung fürs Hochformat, eine Disketten-Geschwindigkeit bis „Turbo“, CPU-Tempo „Original“ (schont den Akku, richtig für ungeregelte Spiele) oder „Maximum“.
- Dateien: Disketten und ROMs in Unterordnern, LHA-, LZX- und 7z-Archive direkt als Diskette einlegbar, Import per Drag & Drop auf den Bildschirm, ein „Controls & Help“-Bildschirm in der App.
- Beseitigte Fehler: ein Absturz beim Einlegen mancher LhA-Archive, ein Hänger beim Start, ein Controller, der nach einem Maschinenwechsel nicht mehr reagierte, eine RTG-Einstellung, die die Grafikkarte still abschaltete.
- Die Funktion „“Warum startet es nicht?“ (unter Controls & Help und im Disketten-Panel) versucht Anfänger unter die Arme zu greifen und prüft, ob die diversen konfigurierten Komponenten zueinander passen und ob das Disk-Image bootfähig ist. Begleitend gibt es auf GitHub einen ausführlichen, englischsprachigen Quick Start, der ebenfalls für unerfahrene Anwender gedacht ist.
Amigo basiert auf WinUAE von Toni Wilen – kommt allerdings ohne JIT-Emulator daher, da Apple diese Technologie im App Store nicht erlaubt. Amigo wird kostenlos unter der GPL vertrieben, die Quelltexte sind bei GitHub verfügbar.
