Indiana Jones and the Fate of Atlantis

Indiana Jones ist zurück! Der große Archäologe und Abenteurer muss erneut ein großes Rätsel lösen, unterstützt von seiner treuen Peitsche, seinem scharfen Witz und seinem Mut. Ein Mann, der sich Mr. Smith nennt, interessiert sich für eine bestimmte antike Statue. Als der ahnungslose Indy es dem Kunden übergibt, findet er heraus, dass Mr. Smith tatsächlich ein Oberst der Nazi-Armee ist! Warum war er so an dieser Statue interessiert? Eine junge Frau, die einst mit Indy zusammengearbeitet hatte, der hübschen rothaarigen (und etwas lästigen) Sophia, erzählt ihm, dass das Ganze einen Zusammenhang mit dem legendären verlorenen Kontinent Atlantis haben muss. Indy und Sophia sammeln Hinweise aus der ganzen Welt und begeben sich auf eine große Reise um den Globus.

Indiana Jones and the Fate of Atlantis ist ein Abenteuerspiel zum Lösen von Rätseln und das im Geiste von Indiana-Jones- Filmen; Es basiert jedoch nicht auf einem bestimmten Film und führt eine neue, unabhängige Geschichte ein. Das Spiel verwendet das SCUMM-System von LucasArts, mit Aktionsverben, die der Spieler aus einem Menü auswählt; Objekte, mit denen interagiert werden kann, werden hervorgehoben. Das Spiel enthält viele Rätsel verschiedener Art (meist inventarbasiert) und Dialoge mit mehreren Auswahlmöglichkeiten. Es gibt auch ein paar einfache Nahkämpfe gegen die Nazis, von denen einige vermieden werden können.

Der mittlere Teil des Spiels kann in drei “Modi” gespielt werden: Kooperation (Indy und Sophia), Abenteuer (Indy alleine) und Action (Indy alleine, mit weniger Rätseln und mehr Action). In jedem Modus gibt es verschiedene Orte zu besuchen, verschiedene Rätsel zu lösen und verschiedene Charaktere zu treffen.

Bezüglich der Präsentation gibt es allerdings schon Einiges zu meckern. Die musikalischen Kompositionen sind zwar über jeden Zweifel erhaben, das Indy-Hauptthema kommt zwar genau wie die „Teil 4“-spezifischen Melodien gut rüber, aber die Songs haben in der Übersetzung ins Amiga-Format schon gelitten; einige der parallelen Stimmen sind wohl einfach ersatzlos gestrichen. Grafisch musste natürlich auch von den 256 Farben auf den 32-farbigen ECS-Standard heruntergerechnet werden. Anders als in vorigen Lucas-Arts-Produktionen macht beides keinen so besonders guten Eindruck, es riecht alles sehr danach, als seien Sound und Grafik größtenteils automatisch konvertiert worden anstatt mit genauem Blick und Handarbeit wo nötig – wie es bei der Konkurrenz von Sierra ja schon immer üblich gewesen war.

Damit wären wir bei den technischen Fragen. Das Spiel besteht aus 11 Disketten – genau wie Monkey Island 2. Anders als letzteres sind die Daten aber nicht intelligent verteilt, so dass man dauernd Disketten wechseln muss – manchmal sogar, nur um ein stupides „das klappt so nicht“ ins Gesicht gesagt zu bekommen. Mit weniger als vier Laufwerken ist das Spiel unspielbar. Und richtig gut wird es erst, wenn man es auf eine Festplatte installiert, wozu zum Glück ein Programm mitgeliefert wird.
Das Spiel ist inkompatibel mit dem AGA-Chipsatz der „neuen Amigas“, es existiert allerdings ein inoffizieller Patch dafür, falls man keine andere Wahl hat. Wer es per Emulator spielt, sollte auf jeden Fall ECS wählen.

Historisch kann Indiana Jones 4 den traurigen Titel des allerletzten Lucas Arts – Spiels, das jemals für den Amiga gemacht wurde, für sich beanspruchen. Für jemanden, der die Entwicklung damals nicht verfolgt hat, könnte es sich so darstellen (auch aus diesem Test), als hätte das an der alternden Hardware gelegen. Das ist nicht der Fall. Lucas Arts war eine der Firmen, die den Amigamarkt wegen Raupkopien verließen. Ihre Spiele waren immer welche der beliebtesten und bekanntesten, aber „seltsamerweise“ verkauften sie sich nicht besonders gut. Auch die berüchtigten Codescheiben halfen da nichts. Selbst als die Amigas der nächsten Generation herauskamen, konnten sie nicht überzeugt werden zurückzukehren. Commodore versuchte sogar, die Rechte der nächsten Hits (Day of the Tentacle und Rebel Assault) zu erwerben, um sie selbst umzusetzen. Das Geschäft kam allerdings nie zu Stande, möglicherweise, weil Commodore kurze Zeit danach sowieso Bankrott ging.

Wir sollten dieses Spiel also als Warnung in Erinnerung behalten, was Raupkopien verursachen können. Dieses beinahe perfekte Spiel mit seiner großartigen Story und genialem Gameplay hätte locker die Höchstwertung verdient, wäre da nicht die schlampige technische Seite. Das letzte seiner Art für unseren Lieblingscomputer. Das Ende einer Ära…

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